750 Euro für die Öffentliche Bücherei St. Martin ersungen
Rund 130 Menschen kamen am Tag vor Allerheiligen zum Benefiz-Herbstkonzert des Ensembles „Feinsliebchen“ in die Rheinbacher Pfarrkirche St. Martin und lauschten deutschen und internationalen Volksliedern und Gedichten. Mitsingen war bei unserer Kooperationsveranstaltung mit der Öffentlichen Bücherei St. Martin ausdrücklich erwünscht! Am Ende gab es stehende Ovationen für alle Akteure.
An das Motto „Feinsliebchen,… du sollst mir nicht barfuß gehen!“ hatten sich die nachmittäglichen Besucherinnen und Besucher des von Michael Sprick stimmungsvoll erleuchteten Kirchenraums gehalten. Nicht zuletzt, weil die Rheinbacher Pfarrkirche St. Martin wegen der wertvollen Klais-Orgel konstant auf 14 Grad temperiert wird. Ausliegende Programmhefte boten die Texte der Mitsinglieder an – und davon wurde reichlich Gebrauch gemacht. Gründungsfeinsliebchen und unser Vorstandsmitglied Gerd Engel empfahl: „Wir kuscheln uns zusammen und singen uns gemeinsam warm.“
Treue Fans des Volkslied-Projektensembles konnten zwei neue Gesichter entdecken. Für den urlaubenden Dirk Plücker saß Marcus Hartmanns am Klavier. Birte Wehnsen hatte ihr Harfe mitgebracht, was einigen Arrangements neue Facetten ermöglichte. Stammkraft Fabienne Löhr fehlte diesmal noch, doch ansonsten waren alle bewährten Aktiven zur Stelle: Heike Glaser (Flöte, Gitarre, Rhythmus), Maria Dörrscheidt (Geige), Gerd Engel (Gitarre) und Marlene Theis (Gesang).
Fünfzehn Lieder – von „In einem kühlen Grunde“ bis zu Australiens heimlicher Nationalhymne „Waltzing Mathilda -, zwei Harfen-Instrumentale, zwei Zugaben und insgesamt sieben Gedichte des Lyrik-Projekts „VersGetümmel“ standen auf der Agenda. Die Lyrik ist seit jeher schon fester Bestandteil der Feinsliebchen-Programme. Die offene Projektgruppe von uns und der Öffentlichen Bücherei St. Martin findet daher im Rahmen der Konzerte regelmäßig eine tolle Auftrittsmöglichkeit.
So trugen diesmal Mathea (Klasse 5) und Gero (Klasse 2) u.a. Fontanes „Herr von Ribbeck“ vor. Die 18-jährige Leyna Kreuzer hatte zwei Herbstgedichte von Rilke ausgewählt („Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr …“). Susanne Hartmanns, die in ihrem „Unruhestand“ voll bei uns in die Leseförderung eingestiegen ist, rezitierte Theodor Storms „An die Freunde“. Eindruck hinterließ auch die erst vierjährige Jule, die sehr lebendig alle vier Strophen von Peters Hacks „Der Herbst steht auf der Leiter“ vortrug und besonders herzlichen Applaus der rund 130 Besucherinnen und Besucher bekam.
Die Abmischung von sechs Musikern mit ihren Stimmen und Instrumenten in einem Kirchenraum ist eine besondere Herausforderung. Der unentbehrliche Dieter Peters, selber Musiker, hatte schon während der morgendlichen Schlussprobe alle verkabelt und den Gesamtklang am digitalen Mischpult abgestimmt. Er und „Lichtmann“ Michael Sprick stellten zum Gelingen des Konzerts ihre private Technik kostenlos zur Verfügung. Die beiden sowie alle Auftretenden agierten ehrenamtlich, sodass die Hutspenden von insgesamt 750 € ohne Abzüge der Arbeit der Öffentlichen Bücherei St. Martin zugute kommen können. Diese war durch Büchereileiterin Daniela Hahn vertreten. Gerd Engel hob am Ende des Nachmittages – nach einem wunderschönen „Guter Mond, du gehst so stille“ – hervor, wie dankbar man sei, in der Kirche auftreten zu dürfen und lud dann noch alle Besucherinnen und Besucher in die Abendmesse ein.
